In der GRÜNEN Drogenpolitik gilt die Prämisse, dass der Konsum legaler und illegalisierter Drogen differenziert betrachtet werden muss: nach Ursachen und Wirkungen, Alters- und Zielgruppen, risikoarmem und riskantem Konsum und der Hilfsbedürftigkeit der*des Einzelnen. Entsprechend wollen wir deshalb in der Drogenpolitik auf ein abgestimmtes und differenziertes System aus Prävention, Beratung/Therapie und niedrigschwelligen Hilfen setzen, zu denen die Repression in einer vernünftigen Balance stehen muss. Die Grenzen zwischen legalen und illegalen Drogen verschwimmen immer mehr und für Konsumierende spielt es oft keine Rolle, ob eine Substanz legal oder illegal ist. Deshalb geht auch die traditionelle suchtpolitische Gliederung nach Substanzen an der gesellschaftlichen Realität vorbei. Entsprechend stehen wir für eine integrative Drogenpolitik, die alle psychoaktiven Substanzen berücksichtigt und auf dieser Grundlage in sich stimmige Strategien entwickelt. 
                                      
Angebote für Süchtige von privaten und karitativen Einrichtungen, wie das scentral am Herrengarten, wollen wir als Stadt fördern und durch städtische Angebote beispielsweise im Bereich von Beschäftigungs-, Qualifizierungs- und tagesstrukturierenden Maßnahmen ergänzen. Cannabis ist die meistkonsumierte illegalisierte Droge. Die starre Restriktionspolitik bezüglich Cannabis ist gescheitert. Gerade für Jugendliche hat Cannabis oft auch den Reiz des Verbotenen, der zu Konsum aus reiner Neugierde führt. Ebenso ist der Kontakt mit Dealern, die meist auch harte Drogen verkaufen, ein Risiko für Jugendliche. Weiter führt der Schwarzmarkt zur Kriminalisierung von jugendlichen Konsumenten und verbaut ihnen eine Zukunft und treibt sie weiter in die Abhängigkeit. Unsere Gesellschaft braucht daher einen neuen reflektierten Umgang mit Cannabis, der eine medizinische Nutzung von Cannabis für kranke Menschen erlaubt und ermöglicht und die Abgabe von Cannabis als Genussmittel für Erwachsene reguliert.
Die GRÜNEN wollen mutig mit kommunalen Projekten vorangehen und rechtliche und gesundheitspolitische Räume im Hinblick auf die kontrollierte und regulierte Cannabis Freigabe ausloten. Wir setzten uns für ein drug checking Angebot in Darmstadt ein. Die Qualität der auf dem Schwarzmarkt angebotenen illegalen (und legalen) Substanzen ist hochproblematisch. Ihr Konsum ist aus unterschiedlichen Gründen mit hohen Risiken behaftet. Beimengungen und unterschiedliche Wirkstoffkonzentrationen beinhalten für die Drogenkonsumierenden unkalkulierbare Gesundheitsrisiken, die sich aufgrund des zunehmenden Mischkonsums potenzieren können. Um die KonsumentInnen solcher Drogen besser zu schützen, wollen wir das vom Land Hessen derzeit entwickelte Projekt für ein „Drug Checking“ auch in Darmstadt umsetzen.                                   
 
Bleibende Herausforderungen stellen sich uns auch im Bereich der nicht stoffgebundenen Süchte wie Glücksspiel, Mediennutzung und Computerspiele. Mit Prävention und Frühintervention wollen wir vor allem jene erreichen, deren Konsumverhalten öffentlich unauffällig aber riskant stattfindet. 
Unsere Ideen für eine moderne Drogenpolitik haben wir auch ins Kommunalwahlprogramm der Grünen eingebracht: GRÜNE Darmstadt: Kommunalwahl: Soziales.