11. September 2025

Kommentar zum Echo-Artikel „Die bittere Frucht der Selbstbestimmung“



Eine Kritik der GRÜNEN JUGEND Darmstadt

Am 22.08.2025 veröffentlichte das Echo unter der Sparte “Kultur” einen Artikel mit dem Titel “Die bittere Frucht der Selbstbestimmung”. In der Unterzeile der Zusatz: “Eine Polemik”.

Polemik, das wird in der Onlineversion des Dudens definiert als “scharfer, oft persönlicher Angriff ohne sachliche Argumente”. Und so liest sich der Artikel auch: Der Einzelfall der Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich wird als Vorwand genommen, das 2024 erlassene Selbstbestimmungsgesetz grundsätzlich in Frage zu stellen. Dieses ermöglicht es trans- oder nicht-binären Personen, ihren Geschlechtseintrag im Personenstandsregister sowie ihren Vornamen niedrigschwellig ändern zu können – ohne Gutachten oder ärztliches Attest. Praktisch eine Einladung für männliche Straftäter, sich unrechtmäßig ins Frauengefängnis einschleusen zu lassen, behauptet der Journalist. Und lässt dabei die sachliche Realität völlig außer Acht: Nämlich, dass beispielsweise in Gefängnissen immer noch – wie im Gesetz explizit vorgesehen – die Zuteilung der Häftlinge nach Einzelfallentscheidung durchgeführt wird. Keine Gefahr für die inhaftierten Frauen, nur ein Gewinn an Selbstbestimmung und Menschenwürde für diejenigen Personen, die tatsächlich von dem Gesetz betroffen sind.

Der Autor der Artikels sucht nach Scheinargumenten, um seiner persönlichen Meinung zu diesem Thema vermeintlich fundiert Ausdruck verleihen zu können. Dabei ist er sich nicht zu schade, mit Kampfbegriffen wie “Wokeness” um sich zu werfen oder sich in einem Anflug vorgetäuschter Intellektualität auf Hegel zu berufen. Was bleibt, ist die Verbreitung von Falschaussagen zu einem Thema, welches in einer solchen presseethisch-fragwürdigen Diskursführung leicht das Potential hat, die gesellschaftlichen Kräfte weiter zu spalten. Die GRÜNE JUGEND Darmstadt kritisiert diese Art der Berichterstattung und fordert für die Zukunft in Bezug auf politisch brisante Themen eine sensible und differenzierte Auseinandersetzung des Darmstädter Echos.



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